9783962900106 JAN(Agirbas)|

Funda Agirbas ||| Jan |

Roman

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ISBN 978-3-96290-010-6 | Funda Agirbas | Jan | KUUUK Verlag mit 3 U |

Leseprobe zu JAN

Funda Agirbas | Jan | Roman

Die ISBN vom Papier-Buch ist 978-3-96290-010-6 (erschien parallel auch als E-Book)

Der Sommer, der sein Leben für immer ändern sollte. Jan, 16, erzählt selbst: schnoddrig, direkt. Ein Jugendlicher und sein Bericht von den seltsamen und beängstigenden Dingen, die ihm Tag für Tag widerfahren.

Die kleine Familie zieht in eine neue Stadt. Dort trifft Jan auf einen Jugendlichen, er nennt ihn »den Jungen“, der alles zu haben scheint, was ihm selbst abgeht: Charme und Charisma, Schönheit und Erfolg, ja, auch unverfrorene Kühnheit – und vor allem ein richtig spannendes Leben. Mit ihm entdeckt Jan vorsichtig und misstrauisch die Dinge, die Spaß machen, Partys, Sex, bizarre Unternehmungen. Jan wird de facto aber nur benutzt. Das kapieren die Leser schneller als Jan.

In immer beklemmenderen Windungen nähern wir uns dem Geschehen. Jan und die nackte Wahrheit! Voll subjektiv, bisweilen naiv, aber auch noch klug. So lesen wir es.

Jan ist auch deswegen genauso, wie er ist, weil er schon früh ein ihn prägendes Ereignis miterleben musste. In der alten Stadt. Und weil offenbar selbst diejenigen, die ihn lieben, seine Familie, nicht verstehen, was es heißt, als Jugendlicher mit so einem Trauma zu leben. In der neuen Stadt. Es ist die Einsamkeit eines ziemlich behüteten Jugendlichen. Seine Sicht auf die Welt ist schräg und weise zugleich, reflektiert auf jeden Fall.

Der Roman »Jan« zeigt ein recht klares und dabei oft auch skurril-absurdes Bild der Welt, in der junge Menschen sich heute wiederfinden können. Was mit Drogen und harmlosen Streichen beginnt, endet da, wo Jan nicht mehr umkehren kann.

DIE AUTORIN: Funda Agirbas | Foto: © bei Autorin

Funda Agirbas lebt in Berlin und arbeitet als freie Autorin und Journalistin. Ihr erstes Buch »Lui – gemeinsam gegen die Ratten« erschien 2015. Im Jahr 2017 erhielt sie das Literaturstipendium der Senatsverwaltung für Kultur und Europa zur Fertigstellung ihres Romans »Jan«.

Siehe die Besprechung von Mara Grigorian in der Plattform jup! Berlin Nachrichten und Jugendinfos von und für Jugendliche: jup.berlin/jan-funda-agirbas

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Szenische Lesung des Buches „Jan“, geschrieben von der Autorin Fundsa Agirbas

am 12.9.2019 für VIVANTES Berlin, Am Urban,

Ort der Aufführung: aquarium am Südblock | narrativ e.V. | Skalitzer Str. 6 | 10999 Berlin

buch jan von funda agirbas

ZUM FOTO: Dunkle Haare = Justin Otto als „Der Junge“. Blonde Haare = Florian Heise als „Jan“.

Wer soll dieses Buch besonders gerne lesen?

1. Alle Menschen, die einen Roman in der Schnodder-Sprache und sensiblen Wahrnehmung eines Jugendlichen lesen wollen.
2. Alle Menschen, die einen nachdenklichen Jugendroman aus deren eigener Sicht lesen möchten.
3. Alle Jugendlichen, die mit dem eigenen Älterwerden und Erwachsenwerden klarzukommen haben.
4. Alle Menschen, die sich mit den stillen Jungs befassen, die 14, 15, 16 sind.
5. Alle Jugendlichen, die erwachsen werden und in die falschen Kreise geraten.
6. Alle Menschen, die mit den Veränderungen ihres Sohnes oder Freundes oder Bruders umgehen lernen müssen.
7. Alle Menschen, die sich einen Roman über einen männlichen Jugendlichen wünschen, der Fehler macht.
8. Alle Menschen, die Jugendliche besser verstehen wollen.
9. Alle Menschen, die sich mit der Pubertät und postpubertierenden Jugendlichen herumschlagen müssen.
10. Alle Menschen, die Manipulatoren erkennen und entschlüsseln möchten.

LESEPROBE zu
Jan
Roman
Die ISBN vom Buch ist 978-3-96290-010-6

Das Papierbuch dieses Titels erschien (ebenso wie das E-Book dieses Titels) am 7. Dezember 2018.

232 Seiten
ca. 345 Gramm
14,8 cm mal 21 cm
Buchrücken ca. 1,61 cm
Softcover kartoniert

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Stichworte / Schlagworte
Jugendliche | 16 Jahre | 17 Jahre | Erlebnisse | Roman | Kontrolle | Manipulation | Party | Liebe | Sex | Drogen | Erwachsenwerden | Experimente | falsche Freundschaft | Exzesse | Wagnis | Abenteuer | die neue Stadt | Umzug | die Schule | Eltern | Familie | Geschwisterpaar | böses Erwachen | skurrile Jugend | der Jugendliche erzählt selbst | schnoddriger Ton | Jugendsprache | was da passiert ist | der See | seltsame Unternehmungen | Unumkehrbares | Sommer | mehr als Streiche | Manipulator | Freundschaft versus Bekanntschaft | Mitläufer | Anführer | Opfer | Bestimmer |

ZITATE

Mein Vater war einfacher zu handhaben, man durfte ihn einfach nicht in seiner Welt stören, dann fiel ihm selten etwas auf. Ich mochte sie beide. Sie wussten nur nicht, wer ich bin. Vielleicht war das auch besser so. Ich glaube, sie wären furchtbar enttäuscht, wenn sie wüssten, wer ihr einziger Sohn tatsächlich ist. Jeder will irgendwie ein ganz besonderes Kind – oder selbst jemand besonderes sein. Vielleicht wollte ich das auch mal, ich weiß es nicht. Meistens will ich nur meine Ruhe.
SEITE 22

Der Junge hatte tatsächlich eine feine Art, sich auszudrücken. Eine, die Erwachsene schätzen und Gleichaltrigen ziemlichen Respekt einflößt. Er gehörte zu der Sorte Mensch, die wahrscheinlich ständig ein Schulterklopfen kassierte. Jede Menge anerkennende Worte und so was.
SEITE 28

Sie war so hübsch an dem Abend, und dass ich mit ihr sprach und zurücklächelte, lag tatsächlich nur an meinem Rausch. Es ist schon komisch, dass Alkohol einen ganz anderen Menschen aus einem macht. Vielleicht ist es aber auch so, dass man nur besoffen seinem wahren Selbst begegnet. Ich weiß es nicht, tendiere aber zur ersten Theorie. Mit dem betrunkenen Ich kann ich mich jedenfalls gar nicht identifizieren.
SEITE 36

Einige simple Versicherungen mit Superlativen gespickt hätten meine Mutter wahnsinnig glücklich gemacht. Keine Ahnung, warum ich das nicht tat. Es ist so unbegreiflich schwer, meiner Mutter zu erklären, wer ich bin. Vielleicht liegt das daran, dass ich im Grunde keine Ahnung habe. Genau wie ich keine Ahnung hatte, warum ich an dem Tag mit meiner Mutter nicht einfach sagen konnte, wie toll es gewesen war.
SEITE 41

Warum ich dennoch so betrübt war, am Tisch mit meiner Mutter, weiß ich nicht. So bin ich. Das Glück ist immer nur zu Gast und ich bin ein verflucht schlechter Gastgeber.
SEITE 41

, dass ich einer dieser fanatischen Sinnfinder bin oder so, überhaupt nicht. Ich versuche erst gar nicht, mir über Sinn und Unsinn einen Kopf zu machen, weil ich es im Allgemeinen nicht mag, mir über Dinge Gedanken zu machen, die keinen Sinn ergeben. Und es macht keinerlei Sinn, sich über den Sinn Gedanken zu machen, weil man ganz klar zu keinem Ergebnis kommen wird.
SEITE 42

Eine Einsamkeit, die schon lange vor mir da war und noch lange nach mir sein wird. Eine Art … Ureinsamkeit. Die ist. Immer, wenn ich versuche, das zu erklären, dann ist es, als würden die Worte wie eine Seifenblase zerplatzen, als würde jedem Versuch, zu beschreiben, was nicht zu beschreiben ist, ohne Rücksicht jeder Halt genommen. Es ist aber in jedem Fall besser, wenn man es einfach hinnimmt. Sonst würde man ja verrückt werden, bei dem stetig sinnlosen Versuch, ändern zu wollen, was einfach nicht zu ändern ist.
SEITE 44

Wie dem auch sei, Lachen ist gut. Entsprechend habe ich es irgendwann hingenommen, genau wie die Faustregel, dass gesunde Ernährung und viel Sport gut für Körper und Geist seien. Glücklich hat es mich aber nie gemacht. Darüber möchte ich mich aber gar nicht beschweren, weil, unglücklich hat es mich auch nicht gemacht. Nur, da alle behaupten, dass Lachen wahnsinnig glücklich macht und so, finde ich, kann man schon einmal festhalten, dass das bei einem selbst nicht der Fall ist. Zumindest, wenn es im bekifftem Gras-Team passierte.
SEITE 60

Ich war ziemlich durch den Wind, aber ich glaube, er sagte genau das. Damals wusste ich noch nicht, dass er immer meinte, was er sagte, und dass es besser war, es gar nicht erst in Frage zu stellen. Entsprechend überrascht war ich, als er am Tag darauf plötzlich im Garten stand.
SEITE 67

Absolut gesehen ist nämlich nichts von Bedeutung. Wenn man sich das mal genau überlegt, meine ich. Wir kommen, wir gehen. Und alles, was dazwischen passiert, ist völlig belanglos. Alle behaarten Ärsche, die komplette Oberstufe, aller Ärger über dies und jenes – nichts trägt wirklich Bedeutung in sich. Das Leben ist höchstens relativ bedeutungsvoll, nicht mehr.
SEITE 73

Ohne Scheiß, wenn mein Vater lächelte, ohne zu lächeln, das war fast cooler als ein echtes Lachen. Meine Mutter bemerkte damals nichts, was mich wunderte, da sie sonst recht schnell im Kopf und so war. Es störte mich aber nicht. Ich fand es sogar irgendwie schön, dass mein Vater und ich verbunden in einem Gedanken schienen, ohne zu wissen, ob es denn der gleiche war. Verrückt, aber so war es eben.
SEITE 82

Ganz im Ernst. Ich war so verliebt in sie, wie ich gar nicht wusste, dass es möglich ist, antwortete aber trotzdem nicht auf ihre Nachrichten. Liebe Güte, ich hasste mich regelrecht dafür. Keine Ahnung, warum ich so war. Es erschien mir einfach besser, gar nicht erst etwas Gutes zu erwarten und sich keinesfalls vom glücklichen Anschein in die Irre führen zu lassen.
SEITE 86

Ich hatte schließlich gar kein Interesse, mutig und so zu sein. Es scheint mir, als wäre Feigheit für ein ruhiges Leben unabdingbar. Ich weiß, dass das klingt, als wäre ich ein totales Weichei, aber wenn ich so allein mit mir bin, ohne, dass andere mich mit anderen vergleichen, dann finde ich es nicht weiter schlimm, ein Weichei zu sein.
SEITE 90

Es ist wirklich ein Kreuz, so wenig Verstand zu haben, aber ich kann es drehen und wenden, auf den Kopf stellen und dennoch werde ich nicht verstehen, weshalb es kein Gestern und kein Morgen gibt. Manchmal vergesse ich auch die Zeit. Aber dann auf einmal, da spüre ich nichts als sie. Sie ist um mich herum und in mir drinnen. Unentwegt tickt sie. Tick, Schule. Tack, Hausaufgaben. Tick, Sommerferien. Tack, der Junge. Tick, die Ferdinand-Party. Tack, der Stein. Tick, geschehen und immer so weiter.
SEITE 97

Wir entstehen, vergehen, entstehen und so weiter. Und das wirst du, scheißegal, was du zu Lebzeiten tatest. Trotzdem sollst du gefälligst tun, was alle tun. Und bloß nicht nachfragen warum! Wir sind so unfrei, dass der Gedanke an Freiheit ein einziger Hohn ist. Alles, was bleibt, ist der Zwang im Strom mitzuziehen, tust du es nicht, gehst du unter und musst elend warten, bis der Tod dich befreit. Tust du es, gehst du unter, und musst elend warten, bis der Tod dich befreit. Wir befinden uns in einem Hamsterrad und kein Schwein hat gefragt, ob wir das denn wollen!
SEITE 116

Ich hatte sogar das Gefühl, dass es absolut in Ordnung war, nicht zu sprechen, und dass sie ähnlich froh darüber schien. Vielleicht habe ich mir das auch nur eingeredet, aber ich hatte das Gefühl, dass wir uns prächtig unterhalten würden, obwohl wir gar nichts sagten.
SEITE 133

Seit der Party hatte ich nichts mehr von ihm gehört, was mir nicht gerade Unrecht war, denn der Junge konnte im Nachklang unseres Zusammenseins richtige Kopfschmerzen bescheren. Ich meine so, dass einem phänomenal schlecht wurde, von dem ganzen Nachdenken, und sich fragen, ob das alles richtig lief, wie der Junge die Dinge anging und wie ich tat, was er sagte und was wir so unternahmen und überhaupt.
SEITE 151

Ich glaube, als ich ihn das alles sagen hörte, hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass er ernsthaft gestört war. Gefährlich gestört. Also wirklich verrückt, nicht nur so crazy Dude-mäßig, sondern richtig wahnsinnig. Alles in mir weigerte sich weiterhin, den Schuhkarton anzufassen.
SEITE 169

Alles war so verflucht sinnlos und führte nirgendwo hin. Aber aufhören konnte ich auch nicht damit. Verflucht irre war das.
SEITE 179

Überhaupt finde ich das an Mädchen seltsam. Sie zieren sich und machen jede Menge Wind um ihren Körper und so, aber wenn man ihn gar nicht ansehen oder anfassen will, dann sind sie nicht selten beleidigt. Sinn macht das keinen, aber was weiß ich schon, vielleicht irre ich mich auch.
SEITE 181

Überhaupt fühlte ich mich wie im Hauptgang einer Waschmaschine. Es schleuderte regelrecht durch mein Hirn, ohne dass ich hätte sagen können, weshalb ich derart durch den Wind war. Alles in allem konnte ich mit der Situation recht schlecht umgehen, versteifte entsprechend auf meine übliche Art. Wahrscheinlich lächelte ich blöd, aber mit Sicherheit lässt sich das nicht mehr sagen. Es interessierte auch keinen von beiden, was eventuell daran lag, dass der Junge auf Hochtouren lief.
SEITE 189/190

Ohne Mist, ich sprach innerlich die pathetischsten Gelöbnisse aus, ohne auch nur den geringsten Schimmer zu haben, wem ich da eigentlich was versprach. Wie wahnsinnig dachte ich über eine Möglichkeit nach, das sich abzeichnende Unglück zu verhindern.
SEITE 195

Das Buch hat 232 Seiten. Erhältlich als Papierbuch und zusätzlich als E-Book.

28.11.2019 Szenische Lesung aus dem Roman JAN
MEDIOTHEK der Carl-von-Ossietzky-Schule

Ort: Carl-von-Ossietzky-Schule, in der MEDIOTHEK
Staatliche Europaschule Berlin (SESB)
Blücherstr. 46-47
10961 Berlin

SCHAUSPIELER: Justin Otto als „Der Junge“. Florian Heise als „Jan“.

Bild unten, Bildmitte: Die Autorin Funda Agirbas mit den beiden Schauspielern. („Das JAN-Team“)

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